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Rebsorten-Info: Roséweine

Rosé oder Weißherbst

Rosé oder Weißherbste sind keine Weine aus besonders dafür vorgesehenen Reben. Sie entstammen vielmehr rein aus Rotweintrauben, meist Portugieser oder Spätburgunder, aber auch aus Sorten wie z.B. Dornfelder ist die Herstellung möglich.

Fast alle Rotweintrauben besitzen ein helles Fruchtfleisch. Die Farb- bzw. Aromagewinnung für die Rotweinbereitung resultiert aus den farb- und geschmacksintensiven Beerenschalen. Deshalb werden dort die Trauben nach der Ernte zerdrückt (Maische) und durchlaufen in der klassischen Maischegärung innerhalb von 1 - 2 Wochen die alkoholische Gärung, bevor durch das Keltern (Pressen) Wein und Schalen voneinander getrennt werden.

Bei der Herstellung von Rosé oder Weißherbst muss eben dieser Schritt der Trennung von Fruchtsaft und Beerenhaut innerhalb 24 Stunden nach der Ernte erfolgen. Der gewonnene Saft enthält deshalb erheblich weniger Farbe und Aromastoffe als die Rotweine aus den gleichen Trauben. Somit lassen sich aus gleichem Lesegut völlig unterschiedliche Erzeugnisse herstellen, die natürlich beide von ausgezeichneter Qualität sind.

Wussten Sie übrigens schon, dass es zwischen Rosé und Weißherbst auch einen Unterschied gibt? Weißherbst ist ein 100% sortenreines Produkt. Wenn z. B. ein Portugieser Weißherbst angeboten wird, ist garantiert nur Wein der Rebsorte Portugieser in der Flasche. Beim Rosé hingegen ist es erlaubt, den Wein in gesetzlich begrenzten Mengen mit Rotweinen oder Weißherbsten anderer Rebsorten zu "verschneiden". Dies dient in der Regel zur Farb- oder Geschmacksoptimierung. Somit kann man Rosé-Weine meist als Cuvée bezeichnen. Grundsätzlich ist es jedoch auch möglich, reinrassige Weißherbste auf dem Etikett ebenso als Rosé zu bezeichnen, umgekehrt allerdings nicht.

Vollkommen irrig ist die gelegentlich verbreitete Meinung, dass Rosé oder Weißherbst aus einem "Gemisch" von Rotwein und Weißwein hergestellt wird. Ein solcher "Verschnitt" ist im Weinbau jedoch grundsätzlich verboten. Eine kleine Ausnahme gibt es allerdings. Es ist möglich, rote und weiße Trauben unmittelbar nach der Ernte zu mischen und den daraus resultierenden Saft zu Wein auszubauen. Das Ergebnis darf dann als "Rotling" bezeichnet und vermarktet werden.



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© M.Größler