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Rebsorten-Info: Rotweine

Dornfelder

Ein Wein mit Erfolgs-Geschichte. Die Rebsorte wurde1956 durch August Herold an der Weinbauschule Weinsberg in Württemberg gekreuzt. Eltern der roten Neuzüchtung sind die relativ unbedeutenden Sorten Helfensteiner und Heroldrebe. Benannt wurde der Wein nach dem Weinbaufachmann Imanuel Dornfeld (1796 - 1869) aus Weinsberg.

Ursprünglich als Deckrotwein gedacht, machte er Mitte der 80er plötzlich seine eigene Karriere und darf inzwischen in keinem Weingut der Pfalz fehlen. Er überzeugt seither seine Liebhaber nicht nur durch die dunkelrote, fast violette Farbe, sondern vor allem durch den markanten, gehaltvollen Geschmack. Der Wein ist kräftig und tanninreich, das fruchtige Bouquet erinnert an Sauerkirschen. Die mittlerweile fast überall bekannte Rebsorte bedeckt in der Pfalz heute fast 14% der gesamten Rebfläche und ist mit Abstand die hier am meisten angepflanzte Rotweinsorte. Ein besonderer Genuss ist z.B. unser Dornfelder "Classic". Er passt gut zu kräftigem Braten, Wild und aromatischem Käse. Sie sollten die Flasche allerdings mindestens eine Stunde vor dem Servieren öffnen und bei ca. 16 - 18°C eingießen.

Portugieser

Die Herkunft der roten Rebsorte, die gelegentlich auch "Blauer Portugieser" genannt wird, ist ebenso unklar wie ihre Namensgebung. Von Österreich aus verbreitete sich die Rebe zunächst nach Ungarn und Slowenien und kam im Jahre 1840 nach Deutschland. Mit Portugal, von wo man die Namensgebung ableiten könnte, hat die Sorte nach heutiger Erkenntnis recht wenig zu tun. In der Pfalz ist sie mit ca. 10% der Anbaufläche weit verbreitet, musste jedoch in den letzten Jahren große Marktanteile an die Konkurrenzsorte Dornfelder abgeben.

Der rubinrote Wein wird vorzugsweise in den ersten beiden Jahren jung getrunken. Er überzeugt durch ein zartes Bouquet und einen fruchtigen, milden und weniger gerbstoffhaltigen Geschmack. In guten Jahren können dichte, extraktreiche Weine mit pfeffriger Frucht erzeugt werden, die sogar alterungsfähig sind. Dieser Wein sollte in keinem Sortiment fehlen.

In letzter Zeit genießen immer mehr Weinfreunde diesen Wein nicht als typischen Rotwein (16 - 18°C) zu kräftigeren Fleischgerichten, sondern im Sommer etwas gekühlt zur leichten Erfrischung.

Spätburgunder

Der Spätburgunder ist der Klassiker unter den Rotweinen. Bereits seit Jahrhunderten wird diese Rebsorte, die in Frankreich Pinot Noir heißt, in Europa, Deutschland und in der heutigen Pfalz angebaut. Hinter den Rebsorten Dornfelder und Portugieser ist sie mit rund 7% Flächenanteil die drittstärkste Kraft unter den pfälzischen Rotweinen, deutschlandweit ist sie sogar die Nummer eins.

Die besten Qualitäten werden auf Kalksteinböden, wie wir sie hier in Bockenheim vorfinden, erzielt. Sie ist ganz besonders dafür geeignet, das spezifische und typische Terroir einer Lage in den Wein einzubringen. Charakteristisch für den Wein ist eine intensive, leuchtend rubinrote Farbe und ein fruchtig-beeriges Bouquet. Der Geschmack ist vollmundig, körperreich und harmonisch. Ein Muss auf jeder Weinkarte!

Spätburgunder Rotweine sind ideal für die kühlere Jahreszeit. Man trinkt sie bei 16 bis 18 Grad. Kräftige Varianten begleiten am besten Braten oder Wild oder auch eine Käseplatte. Weißherbst gefällt zu Vorspeisen und weißem Fleisch, in Auslesequalität auch als Aperitif.

Frühburgunder

Der Frühburgunder, auch als "Blauer Frühburgunder" bezeichnet, stammt ursprünglich vom sehr viel bekannteren Spätburgunder oder Pinot Noir ab. Er unterscheidet sich äußerlich in erster Linie durch seine wesentlich frühere Reife vom großen Bruder, daher auch die Namensgebung. Die Sorte ist bereits sehr alt, drohte jedoch in den 70er Jahren auszusterben, da die Erntemengen um einiges geringer sind als die des Spätburgunders.

Gerade noch rechtzeitig hat man erkannt, dass eben diese kleinen Beeren sehr extraktreiche und intensiv rubinrote Weine hervorbringen, denn die Geschmacksstoffe befinden sich überwiegend in der Beerenschale. Da diese kleiner sind als beim Spätburgunder und somit ein positiveres Verhältnis von Schale zum Rest der Beere haben, entstammen diesen Trauben meist samtige und gehaltvolle Weine. Deshalb haben wir uns zur Ergänzung unseres Sortimentes für diese Sorte entschieden. Die Verbreitung des Frühburgunders ist relativ gering.

Die sehr fruchtigen Aromen, die man dem Wein durch leichtes Schwenken des Glases entlocken kann, erinnern an Kirsche, Brombeere, schwarze Johannisbeere und Himbeere. Der Wein passt zu dunklen Fleischgerichten bzw. zu Gerichten mit kräftigen Saucen, Pizza oder einfach zum Genießen in gemütlicher Runde. Trinktemperatur 16-18 Grad Celsius. Die Lagerfähigkeit liegt, je nach Qualität, bei 5 Jahren und mehr.

Cabernet Mitos

Cabernet Mitos ist eine noch sehr junge Rebsorte. Sie wurde in den 1970er Jahren an der Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg (Baden-Württemberg) aus den Rebsorten "Blauer Limberger" und "Cabernet Sauvignon" gekreuzt. Erst im Jahr 2001 erhielt diese Sorte durch das Bundessortenamt ihre Zulassung für den Ertragsweinbau in Deutschland.

Die ersten Rebstöcke dieser Sorte haben wir 2004 in einen unserer Weinberge gepflanzt. Die Entscheidung für die Reben war damals etwas wagemutig, denn es gab zu diesem Zeitpunkt noch sehr wenige ausgereifte Weine auf dem Markt, nach denen man die Qualität der Weine beurteilen konnte. Zwei Jahre Ungewissheit wurden dann mit einem ausgezeichneten Ernteergebnis bei der Weinlese 2006 belohnt.

Inzwischen können wir sagen, dass die Reben im Weinberg durch eine späte Reife, geringe Frostempfindlichkeit und ein gesundes Lesegut bei der Ernte überzeugen. Im Weinkeller bringen die Trauben dann körperbetonte und tanninreiche Weine hervor, die sich von unserem weiteren Sortiment unterscheiden und somit künftig eine willkommene Ergänzung sein werden.

Eine weitere Besonderheit dieser Weine ist die Farbe. Sie ist intensiv dunkel, man kann sie sogar schon als schwarz bezeichnen. Sogar der als dunkel titulierte Dornfelder Rotwein kann hier nicht mithalten. Dies liegt an der eher seltenen Tatsache, dass bei den Trauben des Cabernet Mitos auch das Fruchtfleisch bereits dunkle Farbe besitzt. Bei fast allen anderen Rotweinsorten finden sich die Farbpigmente ausschließlich in der Beerenhaut, wobei das Fruchtfleisch nur grau oder gar farblos ist.

Cabernet Mitos-Weine sind sehr farbintensiv und komplex mit Fruchtaromen erinnernd an schwarze Johannisbeere und schwarze Kirschen. Sie zeigen auch Parallelen zum sehr viel bekannteren Bruder "Cabernet Sauvignon". Durch den reichlichen Tanningehalt brauchen die Weine eine relativ lange Reifezeit und sind sehr lagerfähig. Bei einer Trinktemperatur von 16 -18°C passen die Weine natürlich hervorragend zu allen Wildgerichten und sehr würzigen Fleischspeisen. Aber auch zur Pizza und zu einem kräftigen Käse entsteht ein Hochgenuss.

VB 91-26-29

Hier beginnt ein neues Zeitalter im Weinbau! Rebsorten, die in Deutschland für den Ertragsweinbau zugelassen sind, gibt es inzwischen wohl genügend, über 40 Rotweinsorten und mindestens ebenso viele Weißweine. Das Spektrum ist im Hinblick auf Geschmack und Aromen nahezu ausgereizt und es gibt kaum noch etwas zu "erfinden" was noch nicht da wäre.

Das Hauptaugenmerk der staatlichen Lehr- und Forschungsanstalten und auch der privaten Züchter liegt im Augenblick auf der Entwicklung bzw. Kreuzung so genannter pilzwiderstandsfähiger (Piwi) Reben. Denn die größten Feinde im konventionellen Weinbau sind Pilzkrankheiten, hier in erster Linie "Echter Mehltau" und "Falscher Mehltau", sowie Fäulnispilze, die die Früchte befallen. Zur Sicherung der Ernte ist daher ein permanenter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln erforderlich.

Um die Anwendung solcher Mittel in der Zukunft entbehrlich zu machen, unterstützen wir einen privaten Rebzüchter aus der Pfalz bei seiner Arbeit. Er hat, zusammen mit einem Rebzüchter aus der Schweiz (Valentin Blattner), in einem kleinen Versuchsfeld bereits vor einigen Jahren Kreuzungsversuche vorgenommen. Von diesen wiederum wurden zwei Jahre später, nach Sorten getrennt, jeweils 5 - 10 junge Rebstöcke veredelt. Diese wenigen Rebstöcke werden seither beobachtet, ob das Ziel der Pilztoleranz erreicht ist. Gleichzeitig muss natürlich auch die resultierende Weinqualität stimmen, denn nur gute Qualitäten haben auf dem sehr belebten Weinmarkt eine Chance. Von den wenigen Versuchsreben lässt sich jedoch aufgrund der geringen Erntemenge kein allzu aussagekräftiges Ergebnis im Hinblick auf die Qualität ableiten.

Deshalb haben wir uns auf eigenes Risiko und mit Genehmigung des Bundessortenamtes bereit erklärt, in einem unserer Weinberge eine größere Anzahl Rebstöcke einer Versuchssorte anzupflanzen. Insgesamt wachsen daher seit 2003 rund 500 Reben der Versuchsreihe -29 in der Weinlage "Bockenheimer Sonnenberg". Die Pflanzen werden ihren Erwartungen bisher in hohem Maße gerecht. Seit nunmehr 3 Jahren ernten wir dort prächtige und gesunde Trauben ohne den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gegen Pilzkrankheiten.

Aber auch die Weinqualität des "Neulings" ist sehr überzeugend. Da ein Elternteil in dieser Kreuzung die bekannte Rebsorte "Cabernet Sauvignon" ist, erinnert auch der Wein der Neuzüchtung daran, es sind deutliche Parallelen zu erkennen. Der Wein ist erstaunlich farbintensiv, vollmundig, kräftig und würzig mit Fruchtaromen, die an Waldfrüchte, schwarze Johannisbeere (Cassis) und grüne Paprika erinnern. Er hat eine feine Tanninstruktur, die seinen Charakter unterstützt, ohne jedoch aufdringlich zu wirken. Aus unserer Sicht ein Wein mit Zukunft!

Der edle und moderne Tropfen entfaltet sein volles Aroma bei ca. 16 - 18°C und die Flasche sollte bereits eine Stunde vor dem Genießen geöffnet werden. Der Wein passt hervorragend zu allen kräftigen Speisen, wie z. B. Wild- oder Rinderbraten, kurz Gebratenem von dunklem Fleisch, Grillfleisch, würzigem Käse und natürlich auch zur Pizza. Selbstverständlich lässt er sich in gemütlicher oder geselliger Runde auch einfach so genießen.

Na, neugierig geworden? Dann bestellen Sie doch einfach ein kleines Probepaket in unserem Shop!

Wenn Sie Fragen zu diesem Wein oder den Reben haben, senden Sie uns einfach eine E-Mail. Wir geben Ihnen gerne detaillierte Auskünfte!

Sonstige

Neben den genannten Sorten haben wir noch einen kleinen Weinberg mit ca. 200 Rebstöcken der Sorte "Dunkelfelder" im Anbau. Diesen Wein bauen wir jedoch nicht als eigenen Flaschenwein aus.



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© M.Größler